HOCKENHEIM - Suzuki B-King-Trophy: Titel für Weber!Trotz einem auch in Hockenheim überlegenen Adi Wohlwend (Bild unten, Nummer 5) sicherte sich Jörg Weber (Bild oben, Nummer 6) den Gesamtsieg in der Suzuki B-King-Trophy 2011. Nach zwei herzhaften Duellen mit Schimun Gruber durfte er sich von seinen Mitstreitern am Sonntagabend als neuer „B-King-King“ feiern lassen.
Die Überlegenheit von Adi Wohlwend hatte sich bereits im Training abgezeichnet. Mit 1,6 Sekunden Vorsprung auf Schimun Gruber sicherte er sich die Bestzeit und galt für beide Rennen als klarer Favorit.
Rennen 1: „Ich hatte einen Superstart“, freute sich Wohlwend, nachdem er im ersten Lauf als Fünfter des gemeinsam mit der Swiss Ducati Challenge und des MV Agusta Intercups bestrittenen Rennens abgewunken wurde. „Die Abstimmung war perfekt, auch die Reifen hielten wesentlich länger als vor einer Woche in Most. Im Vergleich zu den Ducatis und MV Agustas haben wir beim Bremsen wegen des höheren Gewichts von Mann und Maschine ein bisschen Nachteile, aber aus den Kurven heraus haben wir mit unseren mindestens 200 PS aus 1400 Kubik mächtig Druck.“
Hinter Wohlwend stritten Jörg Weber und Schimun Gruber (Nummer 8) um den Ehrenplatz. Gruber war zuerst klar vorne, dann schloss Weber auf. „Ich habe ihn einfach nicht kommen sehen und nahm es eher gemütlich“, nervte sich Gruber. „Plötzlich sah ich sein Vorderrad neben mir. Bis ich mich wieder zusammengerafft hatte, dauert es einen Moment.“ – „Mir fehlten nach dem ersten Renndrittel etwa hundert Meter auf Schimun, und die habe ich Runde für Runde um ein paar Meter verringert,“ erzählte Weber.
Beide stürmten nebeneinander über die Ziellinie. Wer Zweiter geworden war, wusste vorerst keiner. Erst der Zeiten-Computer verriet: Gruber war winzige 0,012 Sekunden vor Weber über den Strich gedonnert.
Einsamer Vierter wurde Cup-Organisator Roland Müntener (blaues Motorrad): „Heute waren die andern B-King-Reiter zu schnell für mich. Aber mit den Ducatis und MV`s war es auch sehr lustig. Fast alle fahren sehr fair. Sie wissen, dass sie am Montag morgen wieder am Arbeitsplatz sein müssen und wollen einfach ihren Spass haben.“
Rennen 2: Wohlwend reichte es zwar wieder klar für den Klassensieg. Dennoch war er nicht ganz zufrieden. „Leibundgut ist mir beim Start vor das Vorderrad gefahren, ich musste zumachen, um ihn nicht abzuräumen. Aber sonst lief alles nach Plan.“
Weber kam diesmal ganz knapp vor Gruber ins Ziel und freute sich über den Gesamtsieg. „Ich hätte eigentlich ganz ruhig durchfahren können. Aber das wollte ich nicht. Die Grabenkämpfe mit den andern machen mehr Spass.“
Gruber hätte Weber gerne ein zweites Mal bezwungen, aber „da war eine MV im Weg. Weber ist gut vorbeigekommen, ich leider nicht. Das war entscheidend.“
Müntener zog auch als braver Vierter eine positive Bilanz: „Ich habe in diesem zweiten Lauf meine besten Zeiten gefahren. Leider hat es dennoch nicht ganz gereicht, um mit Schimun und Jörg mitfahren zu können.“
Text: Markus Lehner
MOST - Suzuki B-King-Trophy: Wieder WohlwendMit äusserst flinken Rundenzeiten kündigte der schnelle Adrian Wohlwend (Startnummer 5) bereits im Training an, dass er nach seinen Erfolgen auf dem Lausitzring und in Dijon auch in Most ganz oben auf dem Treppchen stehen wollte.
Während sich Jürg Weber und Schimun Gruber mit ähnlichen Rundenzeiten auf zwei spannende, unterhaltsame Rennen vorbereiteten, musste Cup-Organisator Roland Müntener nach einem Sturz im Qualifying für einmal mit dem hintersten B-King-Startplatz vorlieb nehmen. Müntener verpasste sogar das erste – zusammen mit der Swiss Ducati Challenge und dem MV Agusta Intercup durchgeführte – erste Rennen ganz, weil er eine ebenfalls gestürzte und verletzte Teilnehmerin ins Spital begleitete.
Rennen 1: Mit einem Topstart setze sich Wohlwend sofort von seinen Cup-Gegnern ab und versuchte, sich an den Ducati-Piloten Canio Cancellara (Dritter im Swiss-Ducati-Challenge-Lauf) sowie den einsamen MV-Reiter Daniel Leibundgut dranzuhängen. „Das gang aber nicht lange gut“, erzählte Wohlwend. „Nach vier Runden baute der hintere Reifen bereits dramatisch ab, ich musste zurückstecken. Schade, das hätte sonst ganz lustig werden können.“
Schimun Gruber (Nummer 8) und Jürg Weber (Nummer 6) klebten das ganze Rennen über zusammen. Zuerst war Gruber vorn, nachher Weber, der seinen Gegner bis ins Ziel knapp hinter sich halten konnte. „Ich musste grausam beissen, bis ich Schimun packen konnte“, erklärte Weber. „Er ist sehr gross und sehr breit, da bleibt nicht viel Platz zum Vorbeifahren.“ Gruber hätte Weber am Ende gerne noch attackiert, „aber da waren zwei zu Überrundende im falschen Moment am falschen Ort und ich verlor etwas Zeit. Am Schluss war ich zwar nah dran, aber zur finalen Attacke hat’s leider nicht mehr gereicht.“
Rennen 2: Adi Wohlwend hielt sich verblüffend lange auf Rang 3 des erneut gemeinsam mit der Swiss Ducati Challenge und MV Agusta Intercup ausgetragenen Rennen auf. „Es war etwas kühler als im ersten Rennen, deshalb hielten die Reifen ein paar Runden länger. Aber bei Halbzeit war wieder Feierabend, ich konnte weder Leibundgut noch später Cancellara halten.“
Platz 2 ging an Jürg Weber. „Ich startete hervorragend und lag kurz in Führung, aber dann rauschte Wohlwend im Eilzugstempo vorbei und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Zuerst konnte mir Roland Müntener folgen, aber dann bekam er offenbar technische Probleme und fiel zurück. Danach fuhr ich ein relativ einsames Rennen.“
Müntener haderte mit der Technik. „Ein Teil des Schalthebels hat sich selbstständig gemacht, beim Raufschalten hatte ich riesige Probleme. Manchmal brachte ich die Gänge überhaupt nicht mehr rein. Es war so unmöglich, einen sauberen Rhythmus zu halten.“
Schimun Gruber wurde guter Dritter. „Ich musste als Letzter des gesamten Feldes starten, warum, weiss ich bis heute nicht. Aber egal, es hat Spass gemacht.“
Im Rennen um den Gesamtsieg hat nun Weber vor Hockenheim die besten Karten. „Aber nur, weil Müntener der verletzten Teilnehmerin geholfen und auf den Start im ersten Rennen verzichtete. Das war eine Super-Geste von ihm, ich ziehe den Hut.“
Text: Markus Lehner / Fotos: Dirk Gündra
DIJON - Suzuki B-King Trophy: Wohlwend räumt abAdi Wohlwend war wie auf dem Lausitzring der stärkste B-King-Bändiger in der Suzuki B-King-Trophy. Doch dahinter ging es vor allem im zweiten Rennen ziemlich wild zu und her. Doch das tat der guten Stimmung im B-King-Lager keinen Abbruch. Im Gegenteil.
Rennen 1: An Adi Wohlwend (Nr. 5) kam keiner der Gegner heran. Der erfahrene B-King-Reiter preschte vom Start weg im zusammen mit der Swiss Ducati Challenge und dem MV Augsta Intercup ausgetragenen Rennen auf und davon. „Es ist wirklich gut gelaufen“, freute sich Wohlwend im Ziel. „Ich war zwar am Start ein bisschen eingeklemmt, aber dann ging es flott voran. Die Rundenzeiten waren top, ich bin hier mit diesem Motorrad in den vergangenen drei Jahren noch nie so schnell gefahren. 1:28,256 ist für dieses Motorrad eine echt flotte Zeit. Vielleicht kann ich mich im zweiten Lauf noch verbessern, wenn es noch etwas wärmer und der Grip besser wird.“
Der im Qualifying nur auf Rang klassierte Roland Müntener trumpfte im Rennen mit einer starken Leistung auf. „Der Start war grottenschlecht“, erzählte Müntener im Ziel. „Aber dann gab es in der Startkurve innen einen Stau, und ich konnte aussen rum flott an einigen Gegnern vorbei rauschen. Noch in der ersten Kurve konnte ich zuerst Schimun Gruber und dann Jörg Weber austricksen. Dann gab’s einige Scharmützel mit den Ducatis, die mich zu schnellen Rundenzeiten trieben.“
Weber (Nr. 6) hingegen konnte Münteners Speed nicht halten und musste sich gegen Rennende gegen den immer schneller werdenden Schimun Gruber (Nr. 8) wehren. „Ich hatte einen groben Rutscher in der schnellen Zielkurve, deshalb konnte Schimun aufschliessen“, erzählte Weber. „Ich habe noch eine Attacke gegen Weber geplant“, sagte Gruber, „aber es hat nicht mehr genz zum Überholen gereicht.“
Rennen 2: Adi Wohlwend gewann zwar auch das zweite Rennen auf trockener Piste klar, war aber dennoch nicht ganz zufrieden. „Die Federbeinabstimmung hat nicht ganz gepasst, das Heck hat mächtig gepumpt. Ich hätte gern gezeigt, dass man mit B-King im Feld der Ducatis und MV’s noch viel weiter nach vorne fahren, aber Reifen und Abstimmung machten nicht mit.“
Roland Müntener, Jörg Weber und Schimun Gruber ritten die gesamte Distanz in geschlossner Dreier-Formation um den Kurs. Weber hatte auf dem Ziel das dicke Rad am weitesten vorne. „Super, eine 1:30er-Zeit mit einer B-King ist nicht schlecht“ freute er sich. „Wir haben zusammen einige Gegner überholt, am Ende hatte ich etwas mehr Reserven.“ Müntener (Nr. 2) hatte für seine Niederlage gegen Weber und Gruber eine passable Begründung: „Ich habe das Ganze mit einer Helmkamera aufgenommen. Wäre ich vorne gewesen, hätte man die andern ja gar nicht gesehen ...“
Text: Markus Lehner / Bilder: Andy Ruch, Edith Gafner
LAUSITZRING - Suzuki B-King-Trophy: 2 Siege für Wohlwend Rennen 1: Gegen Cup-Rückkehrer Adi Wohlwend (Nummer 5) hatten die Konkurrenten einen schweren Stand. Vom Start weg powerte Wohlwend seine blau-weisse B-King heftigst durch die Ecken und über die Geraden, nur Roland Müntener konnte die beeindruckenden Fahrkünste des Spitzenreiters einige Runden wenigstens noch von hinten bestrachten.
Plötzlich kam doch noch Spannung auf. Denn Wohlwend wurden 20 Sekunden wegen Frühstarts aufgebrummt. Doch dessen Vorsprung war am Ende so gross, dass er trotzdem die volle Punktzahl kassieren konnte. „Das war doch kein Frühstart“, grinste Wohlwendt im Ziel. „Ich bin ganz einfach supergut weggekommen. Aber im Ernst: Abgesehen vom Frühstart lief alles tipptopp.“
Roland Müntener (Nummer 2) konnte seinen zweiten Rang nur knapp ins Ziel retten. „Meine Kondition ist leider nicht über alle Zweifel erhaben“, gab Müntener im Ziel offen zu. „Die winklige Strecke ist mit der B-King ziemlich anstrengend. Nach fünf Runden war ich bereits ziemlich schlapp. Deshalb konnte Jörg Weber noch aufholen.“
Weber (Nummer 6) selbst war überzeugt, dass er mit einem besseren Start Müntener noch hätte packen können. „Weil wir das Rennen gemeinsam mit den Ducatis und MVs bestritten, herrschte viel Verkehr. Bis ich da mal durch war, war Müntener schon weit weg. Und Wohlwend war eh zu schnell.“
Schimun Gruber kam als Vierter ins Ziel und grummelte enttäuscht: „Mein Motor hatte Aussetzer. Da war nichts zu machen.“
Rennen 2: Wieder war gegen Adi Wohlwend kein Kraut gewachsen. „Da war alles paletti, diesmal auch der Start. Ich wollte mich eigentlich noch ein bisschen mit Ducati-Pilot Canio Cancallera duellieren, aber er kam wegen seiner Kupplungsprobleme nicht mehr an mich heran.“ Wohlwend gewann das Rennen überlegen.
Ebenso klarer Zweiter wurde erneut Roland Müntener. „Diesmal war ich konditionell besser dran. Ich bin deutlich runder gefahren, weil der rechte Motordeckel bedrohlich oft über den Asphalt schliff und schon halb durchgefeilt war. Dennoch war es ein richtig geiles Rennen, die Scharmützel mit den Ducati- und MV-Piloten haben viel Spass gemacht.“
Schimun Gruber (Nummer 8) verzichtete auf den Start: „Wir haben die Motoraussetzer nicht weggekriegt. Das wäre im Pulk viel zu gefährlich gewesen, wenn der Motor auf der Geraden plötzlich ausgegangen wäre.“
Text: Markus Lehner
OSCHERSLEBEN - Suzuki B-King-Trophy: Harter KernBei den beiden zusammen mit der Swiss Ducati Challenge und dem MV Agusta Intercup ausgetragenen Rennen waren die beiden Suzuki B-King-Reiter Jürg Weber und Roland Müntener das japanische Salz in der sonst rein italienisch gewürzten Suppe. Die beiden Zweikämpfe der B-King-Bändiger entschied Weber knapp für sich.
Rennen 1: Dass von insgesamt sechs nur zwei Konkurrenten der Suzuki B-King-Trophy den Weg nach Oschersleben gefunden hatten, tat den beiden zusammen mit der Swiss Ducati Challenge und dem MV Agusta Intercup ausgetragenen Rennen keinen Abbruch. Denn Roland Müntener – sonst als Frankonia-Direktor oberster Suzuki-Mann in Helvetien – und Jörg Weber waren praktisch vom ersten Training an bis zur letzten Runde des zweiten Rennens unzertrennlich beziehungsweise gleich schnell. Die Zielflagge sah Weber im ersten Lauf nur 0,281 Sekunden früher als Müntener.
„Auf der Bremse und in den schnellen Passagen waren wir praktisch identisch“, grinste Müntener im Ziel, aber in der Passage kam Weber immer einen Tick flinker aus den Ecken heraus. Das hat er am Schluss auch gnadenlos ausgenutzt und mir keine Chance mehr gelassen. Ich habe zuvor bereits ein paar kleine Fehler gemacht und es verpasst, die entscheidenden Meter auf ihn gutzumachen.“
Rennen 2: Auch im zweiten Rennen war Weber am Ende klar vor Müntener im Ziel. „Am Start bin ich gut weggekommen“, erzählte der besiegte Müntener, „aber in der fünften Runde ist Weber an mir vorbeigerauscht. Zuerst konnte ich dranbleiben, aber dann biss ich mir an einem Ducati-Piloten die Zähne aus. Weber hatte in dieser Beziehung weniger Mühe und verschwand nach vorne auf Nimmerwiedersehen. Immerhin habe ich in der letzten Kurve den Ducati-Mann noch ausgetrickst.“


